Paraffinwachs, Soja oder Bienenwachs?
Paraffinwachs, Sojawachs oder Bienenwachs: Schmelzbereich, Duftaufnahme, Oberfläche und Verarbeitung im Vergleich – welches Wachs zu deinen Kerzen passt.
Kurze Antwort: Für den Einstieg ist Paraffinwachs die unkomplizierte Wahl. Es schmilzt gleichmäßig, nimmt Duft und Farbe gut auf und eignet sich je nach Sorte für Kerzen im Gefäß und für Formkerzen. Sojawachs ist weicher und wird vor allem für Kerzen im Gefäß verwendet, Bienenwachs ist fest, bringt einen eigenen Honigduft mit und passt gut zu Stumpen und gerollten Kerzen. Welches Wachs das richtige ist, hängt davon ab, was du gießen willst.
Welche Wachse gibt es für eigene Kerzen?
Im Bastelbedarf findest du vor allem drei Wachse: Paraffinwachs, Sojawachs und Bienenwachs. Paraffinwachs wird aus Erdöl gewonnen und raffiniert, Sojawachs aus gehärtetem Sojaöl, Bienenwachs stammt von Honigbienen. Daneben gibt es weitere Pflanzenwachse wie Raps- oder Kokoswachs, die oft mit anderen Wachsen kombiniert werden.
Angeboten wird Kerzenwachs als Block, als Granulat oder als Pastillen. Granulat und Pastillen lassen sich leicht grammgenau abwiegen und schmelzen schneller als ein Block, weil die Wärme an mehr Oberfläche angreift. Für kleine Mengen und erste Versuche ist das praktischer.
Jedes dieser Wachse hat eigene Stärken. Es gibt kein Wachs, das für alles am besten ist, sondern eines, das zu deinem Vorhaben passt: eine Duftkerze im Glas, eine freistehende Stumpenkerze oder eine Kerze ohne zusätzlichen Duft.
Paraffinwachs, Sojawachs und Bienenwachs im Vergleich
Die Werte in der Tabelle sind ungefähre Richtwerte. Je nach Sorte und Hersteller können Schmelzbereich und Verhalten abweichen, maßgeblich ist immer die Angabe auf der Packung.
| Eigenschaft | Paraffinwachs | Sojawachs | Bienenwachs |
|---|---|---|---|
| Schmelzbereich (ca.) | 50–60 °C | 45–55 °C | 62–64 °C |
| Eigengeruch | Vollraffiniert geruchsneutral | Leicht | Deutlich nach Honig |
| Duftaufnahme | Gut und gleichmäßig | Gut, braucht oft einige Tage Ruhe | Eigenduft mischt sich mit Duftöl |
| Oberfläche | Glatt und gleichmäßig | Matt und cremig, teils kleine Kristalle | Fest, mit der Zeit leichter Belag möglich |
| Gut für | Gefäß- und Formkerzen | Kerzen im Gefäß | Stumpen, gerollte Kerzen |
| Für Anfänger | Einfach | Mittel | Mittel |
Paraffinwachs: gleichmäßig und vielseitig
Paraffinwachs ist seit Langem das klassische Kerzenwachs. Vollraffiniert ist es geruchsneutral, dein Duftöl bestimmt also allein, wie die Kerze später duftet. Es nimmt Duft und Farbe gut auf, schmilzt gleichmäßig und ergibt eine glatte Oberfläche. Beim Abkühlen zieht es sich etwas zusammen. Bei Formkerzen hilft das, weil sich die Kerze leichter aus der Form löst, bei Kerzen im Gefäß entsteht dadurch oft eine kleine Delle in der Mitte, die du mit einem zweiten Guss füllst.
Für Anfänger ist Paraffinwachs dankbar, weil es sich berechenbar verhält. In Pastillenform musst du keinen Block zerkleinern, sondern wiegst einfach ab, was du brauchst.
Sojawachs: weich und für Kerzen im Gefäß
Sojawachs ist weicher als Paraffinwachs und schmilzt etwas früher. Deshalb wird es vor allem für Kerzen im Glas oder in anderen Gefäßen verwendet, für freistehende Formkerzen ist klassisches Sojawachs meist zu weich. Die Oberfläche wird matt und cremig. Typisch sind kleine weiße Kristalle oder eine leicht unebene Oberfläche nach dem Abkühlen. Das ist optisch, die Kerze brennt trotzdem.
Viele Kerzengießer lassen Sojakerzen nach dem Gießen einige Tage ruhen, bevor sie sie anzünden, damit sich der Duft gut verbindet. Sojawachs reagiert etwas empfindlicher auf die Temperatur beim Gießen und Abkühlen, deshalb braucht es oft ein paar Versuche, bis die Oberfläche so aussieht, wie du willst.
Bienenwachs: Eigenduft und feste Formkerzen
Bienenwachs ist fest, schmilzt erst bei etwa 62 bis 64 °C und bringt seinen eigenen, warmen Honigduft mit. Wer das mag, gießt Bienenwachskerzen meist ohne zusätzliches Duftöl, denn der Eigenduft mischt sich mit jedem Duft, den du hinzufügst. Es gibt Bienenwachs in Gelb oder hell gebleicht.
Klassische Einsatzgebiete sind Stumpenkerzen, gezogene Kerzen und gerollte Kerzen aus Wabenplatten. Weil Bienenwachs später schmilzt, braucht es meist einen stärkeren Docht als Paraffinwachs bei gleichem Durchmesser. Mit der Zeit kann sich auf der Oberfläche ein feiner, heller Belag bilden, der sich mit einem weichen Tuch abreiben lässt.
Formkerze oder Kerze im Gefäß: Welches Wachs wofür?
Kerze im Gefäß: Hier funktionieren alle drei Wachse. Paraffinwachs lässt sich einfach verarbeiten, Sojawachs ergibt die typisch matte Oberfläche, Bienenwachs bringt seinen eigenen Duft mit. Wichtig ist ein hitzebeständiges Gefäß ohne Risse.
Formkerze oder Stumpen: Hier braucht es ein festes Wachs, das die Form hält, also Paraffinwachs oder Bienenwachs. Für Stumpen geben viele etwas Stearin aus dem Bastelbedarf dazu, damit die Kerze härter wird.
Für alle Wachse gilt beim Schmelzen dieselbe Regel: nur im Wasserbad, mit Thermometer und nie unbeaufsichtigt. Paraffinwachs erwärmst du auf 70 bis 80 °C, nie über 80 °C. Fängt Wachs doch einmal Feuer, löschst du es mit einem Deckel, nie mit Wasser.
Welches Wachs für den ersten Versuch?
Wenn du zum ersten Mal Kerzen gießt, nimm ein Wachs, das wenig Überraschungen bereithält. Mit Paraffinwachs lernst du die Grundlagen, also Temperatur, Docht und Abkühlen, ohne dass die Oberfläche oder ein Eigenduft dazwischenfunkt. Danach kannst du Soja- oder Bienenwachs ausprobieren und vergleichen.
Unsere Paraffinwachs-Pastillen sind vollraffiniert und geruchsneutral, schmelzen bei 58–60 °C, lassen sich fein dosieren und nehmen Duft und Farbe gut auf. Entwickelt und hergestellt sind sie in Schleswig-Holstein. Es gibt sie mit 250 g zum Ausprobieren, 500 g für mehrere Kerzen und 1 kg für größere Projekte. Dochte und Duftöle bekommst du im Bastelbedarf.
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Wie es danach weitergeht, zeigt die Anleitung Kerzen selber machen für Anfänger mit Dochttabelle und typischen Fehlern. Welches Gefäß du wählst, beeinflusst vor allem Licht und Optik, mehr dazu unter Duftkerze im Glas oder in Keramik?
Häufige Fragen
Welches Kerzenwachs eignet sich für Anfänger?
Paraffinwachs: Es schmilzt gleichmäßig, nimmt Duft und Farbe gut auf und ergibt eine glatte Oberfläche. In Pastillenform lässt es sich zudem leicht abwiegen.
Bei welcher Temperatur schmilzt Paraffinwachs?
Je nach Sorte ungefähr zwischen 50 und 60 °C. Sojawachs schmilzt meist bei etwa 45 bis 55 °C, Bienenwachs bei etwa 62 bis 64 °C. Maßgeblich ist die Angabe auf der Packung.
Welches Wachs eignet sich für Formkerzen?
Ein festes Wachs, das die Form hält, also Paraffinwachs oder Bienenwachs. Klassisches Sojawachs ist dafür meist zu weich und wird vor allem für Kerzen im Gefäß verwendet.
Kann ich verschiedene Wachse kombinieren?
Ja, viele Kerzen bestehen aus mehreren Wachsen, und für Stumpen geben viele etwas Stearin dazu. Für den Einstieg ist ein einzelnes Wachs einfacher, weil du sein Verhalten so besser kennenlernst.